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Rathaus, ehemaliges Amtsgericht und Standesamt, Malchow (Mecklenburg)
 
 

Nutzungskonzepte, Umbau, Modernisierung und Instandsetzung von drei Gebäuden um den "Alten Markt" auf der "Insel Malchow" zum Verwaltungsmittelpunkt der Stadt und des Landkreises Malchow: das Rathaus, ein Fachwerkgebäude aus dem Beginn des 19. Jahrh., das ziegelsichtige ehemalige Amtsgericht aus dem Ende des 19. Jahrh. sowie das Standesamt, ein Fachwerksbau aus der Mitte des 19.Jahrh. 

Planung und Bau:     2002/08
Standesamt:            in Planung
 

Rathaus

Das Rathaus Malchow ist der zentrale Repräsentationsbau innerhalb des historischen Stadtkerns auf der Insel. Es wurde - nach Entwürfen von 1818 - um 1825 als zweigeschossiger Fachwerkbau unter hohem Mansarddach errichtet. Das Gebäude wurde mit einem einfachen "Zweckfachwerk" gebaut und erhielt einen monochromen Anstrich, so dass sich die Holzbauteile nur durch eine andere Oberflächenstruktur von den gemauerten Gefachen unterschieden. Die monochrome Fassung von unverputzten Fachwerkbauten war vor allem um 1800 und in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in Norddeutschland stark verbreitet. Die einheitliche Farbgebung der Konstruktionshölzer und Gefache verfolgte das Ziel, den Baustoff Holz optisch zu negieren und die Erscheinung eines Massivbaus (als klassizistischer Putzbau oder aus Sandstein) zu imitieren. Hundert Jahre nach seiner Erbauung erhielt das Rathaus von Malchow eine grundsätzlich neue Außengestaltung, indem die Konstruktionshölzer der Fachwerkfassaden mittels eines braunen Anstriches von den geweißten Backsteingefachen abgesetzt wurden. Diese Farbigkeit ist im Bewusstsein der Bevölkerung fest verankert. Das Rathaus wurde in den Jahren 2004-2005 umfassend saniert und instandgesetzt. (Veröffentl. in: Heinrich Stiewe, Fachwerkhäuser in Deutschland, Darmstadt 2007, S. 112; sowie Olaf Bartels, Das alte Rathaus in Malchow, in: Deutsches Architektenblatt, Heft 5/2008, S. 24.)

                   

                   

Ehemaliges Amtsgericht

In einem zweiten Bauabschnitt ist jetzt das nebenan gelegene ehemalige Amtsgericht, ein zweigeschossiger Backsteinbau aus der zweiten Hälfte des 19.Jahrh. saniert und in die Nutzung als Verwaltungssitz der Stadt Malchow einbezogen worden. Die monomentale Wirkung des Gebäudes wird durch die Vereinheitlichung seiner Backsteinfassaden unterstrichen, die durch die roten Mauerwerksfugen und einen abschließenden roten Lasuranstrich erzielt wurde. Aufgrund der umfangreichen Befundlage zur ursprünglichen Gestalt des Außenbaus konnten Dach und Fassade des ehemaligen Amtsgerichts dem ursprünglichen Gestaltungskonzept entsprechend saniert werden. Hier sind vor allem die Wiederherstellung und die Rekonstruktion der bauzeitlichen Fensterflügel in den aufgearbeiteten Fensterzargen, die Rekonstruktion des weit vorkragenden Traufgesimses und die Wiedergewinnung der Schieferdeckung zu nennen.

     

                        

Verbindungsgang und Aufzug

Eine besondere Aufgabe bestand darin, beide denkmalgeschützten Gebäude im 1. Obergeschoß mit einem Verbindungsgang zu verbinden. Dieser Gang sollte durch die Anbindung eines Aufzuges zugleich auch beide Gebäude barrierefrei erschließen. Der Verbindungsgang und der Aufzugsschacht wurden als Stahlkonstruktion mit punktbefestigter außen liegender Verglasung errichtet. Während sich die Einbindung des Ganges in das alte Rathaus konstruktiv und gestalterisch unproblematisch darstellte, so war die Einbindung in das ehemalige Amtsgericht genau in der Ecke des Gebäude zwar die einzig mögliche gestalterische Lösung, um das Bestandgebäude so gering wie möglich zu beinträchtigen, es erforderte aber gleichzeitig hohe Anforderungen an die konstruktive Umsetzung. Die beiden historischen Gebäude, die in ihrer äußeren Erscheinung zwar unterschiedlich aber als Baukörper monolithisch erscheinen sollten, (monochromes Fachwerkgebäude und roter Bachsteinbau mit roter Verfugung) wurden durch einen ebenfalls monolithischen Verbindungsgang aus Glas als modernem Baustoff mit innenliegender Stahlkonstruktion ergänzt. Der zweite Bauabschnitt wurde im Mai 2008 fertiggestellt.

              

  

 


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